Nove Mesto nad Metuji
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Nové Město nad Metují, ihre Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Nové Město nad Metují

 
 
Krčín, Vorgänger Nové Město nad Metují
 
Die älteste belegte Besiedlung auf dem Gebiet Krčins ist eine slawische Burgsiedlung aus dem 7.- 8. Jahrhundert, die sich unweit der jetzigen Kirche auf den Feldern in Richtung Luštinec befunden haben soll. Krčín existierte, wahrscheinlich mit der Festung Budín weit vor der Entstehung Nové Město und war einziges, gut bevölkertes Städtchen zwischen Náchod und Opočno. Die eigentliche Gründung des Orts Krčín anstelle der älteren Siedlung fällt offensichtlich in das 13. Jahrhundert. Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aber erst aus der Zeit Jan Lucemburský. Die Besiedlung schritt von der Kirche entlang des Flusses Metuje und stieg allmählich auf Stráľnice an.
 
Ursprünglich gehörte Krčín zur Herrschaft Náchod, wurde später eigenständiges Gut, etwa ab Beginn des 16. Jahrhunderts Bestandteil der Herrschaft Nové Město. Nach 1849 wurde Krčín selbstständige Gemeinde, später mit dem Statut eines Marktes, seit 1949 Ortsteil von Nové Město nad Mětují.
 
 
Kirche in Krčín
 
Die frühgotische Kirche H. Geistes wurde Ende des 13. Jahrhunderts, wohl unter dem Einfluss der Zisterzienser in Svaté Pole erbaut. Es handelt sich um das wahrscheinlich älteste Baudenkmal der Region. Im Jahre 1336 wurde sie als Pfarrkirche erwähnt.
 

Krčín

 
Die einschiffige Kirche hat einen rechteckigen Grundriss. Das anliegende quadratische Presbyterium hat ein gotisches Rippengewölbe. Der Bau ist durch drei Spreizen gefestigt. Ursprünglich ist die Spreize an der südöstlichen Seite. Die Sakristei befindet sich an der Nordseite.  
 
Im Jahre 1815 ließ der Besitzer der Herrschaft der Fürst František Josef Dietrichstein die Kirche umbauen. Die Wände wurden repariert, ein neuer Dachstuhl angeschafft, eine Schilfdecke, neuer Putz und fast alle Fenster und Bänke. Weitere Bauarbeiten erfolgten im Jahre 1876. Erneut wurde der Dachstuhl und auch das Dach ausgewechselt und ein neuer Kirchenchor aufgebaut. Die Stirnseite wurde in pseudoromanischem Stil umgebaut.
 
Im Jahre 1567 wurde die Pfarre in Krčín aufgelöst und das Pfarramt nach Nové Město nad Metují überführt. Der Priester wohnte schon seit 1523 in Nové Město nad Metují und hielt sich fast nicht in der Pfarre Krčín auf. Die Kirche H. Geistes wurde zur Filialkirche mit festen Gottesdienstterminen. Lange Zeit gehörte sie den Altutraquisten, später bis 1626/27 den Neuutraquisten und danach war sie wieder katholisch.
 
Im Jahre 1921 nutzte die Kirche kurz die Tschechoslowakische Hussitenkirche, 1921 – 1923 war sie außer Betrieb, danach wurde sie als römisch- katholische Kirche bestätigt.
 
Über der Kirche steht ein Wachglockenturm aus dem 16. Jahrhundert mit zwei Glocken – dem H. Jiří aus dem Jahre 1558 und dem H. Geist aus dem Jahre 1605. 
 
 
Aufbau der neuen Stadt Nové Město nad Metují
 
Nové Město nad Metují wurde am 10. August 1501 auf felsigem Ausläufer von Jan Černčický aus Kácov gegründet.  
 
Dieser Ort war aber schon lange davor in der Zeit der schlesisch- platěnicer Kultur, ja sogar der Lausitzer Kultur, d.h. 800-100 J.v.Ch., wie die Funde eine Bronzespange, eines Feuergrabs und massive Keramikfunde beweisen, die über die Einwohnereinzahl der Lokalität Aussagen machen.
 
Ursprünglich wurden unter Jan Černčický 31 Plätze vermessen, aber diese Anzahl entsprach am Ende nicht der Anzahl der erbauten Häuser. Schon in den ersten fünf Jahren standen 55, später sogar 59 Häuser. Die Aufbaugeschwindigkeit ist durch Eintragungen über den lebhaften Verkauf und Kauf der Häuser schon in den ersten Jahren des Aufbaus belegt.
 
Mit Kirche und Rathaus wurde zuerst nicht gerechnet. Černčický überließ es seinen Untertanen, wie groß sie ihre Häuser bauen und wie sie diese ausstatten. Häuser standen auch vor der Burg, sodass der Zugang eng und die Burg vom Marktplatz nur teilweise zu sehen war. Der Marktplatz war vor dem Brand nicht leer. Außer den Fleischbänken in der südöstlichen Ecke, wo auch eine hölzerne Schule stand, waren hier noch weitere Bauten.
 
Am 21. Juni 1526 unterlag die Stadt Flammen. Einige Brandstätten blieben mehrere Jahre leer, aber die meisten wurden gleich wieder aufgebaut. Anfangs nur Provisoria, damit weiter in der Landwirtschaft und den Handwerken gearbeitet werden konnte. Jan Černčický gab das Holz kostenlos, aber für den gesamten Stadtneubau hatte er kein Geld. Im Jahre 1527 verkaufte er die Herrschaft den Pernštejnern.
 
 
Der Renaissanceaufbau der Pernštejner
 
Vojtěch von Pernštejn überlegte genau, wie die wieder aufgebaute Stadt aussehen sollte. Im Jahre 1528 kaufte er einige Brandstätten, vor allem vor dem Herrensitz. An diesen Stellen wurden die Häuser nicht mehr neu aufgebaut, denn der Besitzer achtete darauf, dass ein größerer Raum die Schlosssilhouette hervortreten ließ. Die neue Nordfront hatte nicht mehr zehn, aber sieben Häuser.
 
Fünf Jahre dauerte der Grundaufbau der Stadt. Der Herrschaftsbauherr erbaute vor die
Parzellenstirnseiten, mit Ausnahme der noch nicht erbauten Häuser Nr. 1244 und 1245, vier zusammenhängende, einheitlich gelöste Stirnwände, an welche Bogengänge angebaut wurden.
  
Über die Attika ragte eine zusammenhängende Reihe verbundener Giebel, die durch halbkreisförmige höhere Mittelteile abgeschlossen wurden. Diese hatten seitlich zwei niedrigere, durch Viertelkreis abgeschlossene Teile, sog. Schwalbenschwänze. So erhielt die Stadt die Gestalt der norditalienischen Venediger Renaissance.
 
Wie durch Berührung mit Zauberstab verschwand das gesamte Bauchaos und der Marktplatz wurde zum Pallastvorhof für das Schloss, in welches die Pernštejner die Černčický Burg umbauen ließ. Beide Dominanten der Stadt, die Kirche und das Schloss, traten so noch mehr hervor.
 
 
Bau der Häuser
 
Die prunkvollen Giebel standen schon und hinter ihnen wurde immer noch lebhaft gebaut. Die Bürger schlossen ihre Häuser an die Giebelwand an und zahlten dann diesen Teil des Hauses den Pernštejnern fünfzehn Jahre lang ab.
 
Die italienischen Bauherren bemühten sich, Renaissance mit Spätgotik zu verbinden und ließen sich auch von der hiesigen Tradition beeinflussen. Das Vorhaus ist auch in seinen Proportionen im Renaissancestil, die niedrigen eckigen, an den Kanten abgeschrägten Pfeiler gehören zu den Elementen der hiesigen Tradition. Die Pfeiler verbreiten sich nach unten, wo sie noch durch Sockel gefestigt werden. Die Bogenspannweite ist beachtlich. Dadurch erhielten die Vorhäuser Licht und Raum.
 
Der Kampf zwischen Gotik und Renaissance kann auch an den Hausportalen beobachtet werden. Wölbungen sind schon die Ausnahme. Die Profilierung der Fenstergewände ruft verdiente Aufmerksamkeit hervor. Ähnliche gibt es auch in Pardubice. Diese Unifizierung und Typisierung zeugt davon, dass es sich um Halbfabrikate handelte.
 
An zwei Häusern befinden sich in den Eingangsgewänden Aufschriften. Nr. 1221 hat auf der Ostseite die Jahreszahl 1531. Die gesamte Aufschrift ist: "1531 Jakub" (weiteres Wort unleserlich) Rentmeister aus Bohdaneč, Markyta aus Česká Třebová" und im Wappen Eichenblätter. Das unleserliche Wort wird wahrscheinlich irrtümlich als Schreiber ausgelegt. An der Südfront der Nummer 1231 befindet sich die Aufschrift "Herr Waczlaw 1534". Es sind die Jahreszahlen der Fertigstellung der neu aufgebauten Häuser.
 
Heute ist die Nordseite des Platzes am schönsten, an der die Fassaden und Giebel in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt wurden. Die Einheitlichkeit unterbricht teilweise das Haus Nr. 1209, das Rathaus mit Türmchen, da es zweigeschossig erbaut wurde. An der Westseite wurden vier Häuser nicht wieder erbaut und heute ist das letzte die Nummer 1245, das Hotel Brouček (Käferchen). Für eine Pfarre und Schule war bis jetzt kein Geld. Die Obrigkeit verstärkte im Jahr 1532 den Schutz des Schlosses und der Stadt durch Kanonenbastei.
 
Beim Neuaufbau der Stadt wurde der Grundriss erhalten. Zwischen der Mauer und den Wirtschaftsgebäuden und Höfen entstand so ein breiterer Raum (Zádomí) der wie ein Ring den gesamten Stadtkern umschließt.
 
 Nach dem Aufbau der Pernštejner hatte der Platz insgesamt 39 Häuser. Dieser Aufbau war so großzügig angelegt, dass sich danach die Stadt in den Mauern im wesentlichen nicht mehr änderte.
 
 
29.1.2009 | Mgr. Zdeněk Továrek